Für Kinder ist gesunde, abwechslungsreiche Ernährung besonders wichtig, denn weil sie in der Wachstumsphase sind, muss der Körper optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Eltern sollten ihre Vorbildfunktion nutzen, um dem Nachwuchs zu zeigen, dass gesunde Ernährung Spaß machen kann.

Gesunde Ernährung von Kindern unterscheidet sich nicht wesentlich von der für Erwachsene. Allgemein gilt: Süße und fette Speisen sowie Fleisch sollten nur in geringen Mengen verzehrt werden, stattdessen muss frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Auch Kinder müssen sehr viel trinken, aber nicht Cola und Limonade, sondern Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.

Die Ernährung im Kleinkindalter

auf-gesundes-esse-achten-bei-kleinkindAb dem zehnten Monat empfehlen Ernährungswissenschaftler Milch- und Brotmahlzeiten, ab dem zweiten Lebensjahr eine optimierte Mischkost. In Allergikerfamilien sollten Milch, Nüsse, Soja, Ei oder Zirkusfrüchte möglich spät eingeführt werden. Optimierte Mischkost bedeutet: reichlich pflanzliche Nahrungsmittel, mäßig tierische und möglichst wenige fett- und zuckerreiche Lebensmittel. Stark gesalzene, stark gewürzte und scharfe Speisen sind für Kleinkinder ungeeignet. Gezuckerter Tee im Fläschchen ist ein Ernährungsfehler, der sich bald mit Übergewicht und Karies rächt.

Aus lauter Sorge brauchen Eltern trotzdem nicht mit Vitaminen angereicherte Lebensmittel kaufen. Es reicht, frisch und abwechslungsreich zu kochen und zwischendurch Obst anzubieten. Ist die Ernährung vielseitig, braucht das Kind auch keine Vitaminsäfte.

Ernährung im Grundschulalter

Auch hier gelten die Basisregeln zur Ausgewogenheit der Lebensmittel. Süßwaren sind zwar geduldet, aber sollten nur in Maßen konsumiert werden. Ein Kind zwischen vier und sechs Jahren hat einen durchschnittlichen Energiebedarf von 1.450 Kalorien täglich. Es sollte maximal 150 kcal Süßwaren pro Tag verzehren. Diese 150 kcal werden zum Beispiel mit 30 g Salzstangen, 1 Kugel Eiscreme, 1,5 gestrichenen Teelöffeln Nuss-Nougat-Creme, einem kleinen Stück Marmorkuchen oder 7-8 Stückchen Schokolade gedeckt.

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Wenn Kinder Abneigungen entwickeln

Kinder haben von Natur aus einen gesunden Appetit. Ihre Neugier lässt sie gerne verschiedene Produkte ausprobieren. Auch haben sie ein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl. Ihr Körper meldet ihnen, wann es Zeit zum Essen oder zum Aufhören ist. Normalerweise können auch sehr kleine Kinder die richtige Nahrungsmenge für sich gut bestimmen. Wenn ein Kleinkind lustlos im Essen herumstochert, ist das kein Grund zur Besorgnis. Stellt sich Hunger ein, kann das Kind schnell wieder ordentliche Portionen „verdrücken“. Damit sich zu den Mahlzeiten Hunger einstellt, sollte das Naschen zwischendurch möglichst unterbleiben. Wenn Kinder kein Gemüse mögen, liegt es manchmal nur an der Art der Zubereitung. Eltern sollten das Gemüse mal im Salat, mal im Auflauf oder als Beilage anbieten. Mag das Kind kein gekochtes Gemüse, ist Rohkost eine Alternative. Ein Dip mit frischen Kräutern macht das Gemüse interessanter und schmackhafter.

Die Mahlzeiten im Tagesverlauf

vorbild-eltern-bei-gesunder-ernaehrungNach wie vor hat die alte Weisheit „Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“ ihre Gültigkeit. Täglich sollte eine warme Mahlzeit zubereitet werden. Die können Eltern mittags oder abends servieren. Dreimal in der Woche sollte wenig Fleisch und ein- bis zweimal wöchentlich Fisch zubereitet werden. Nudeln, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Getreide sind wichtige Kohlenhydratlieferanten und sollten von einem kleinen Salat ergänzt werden. Zwischendurch dürfen Obst, einige Vollkornkekse oder ein kleines belegtes Brot verzehrt werden. Auch Rohkost bietet sich an. Die Dosis macht das Gift. Wer ab und zu sündigt, muss sicher nicht mit ernährungsbedingten Krankheiten rechnen. Dem Kind tut es gut, einmal über die Stränge schlagen zu dürfen und etwas „Verbotenes“ zu tun. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden. Das Abendessen sollte fettarm sein und nicht schwer im Magen liegen. Brot, Käse, wenig Wurst, Obst und Rohkost kommen auf den Tisch, dazu Tee oder Wasser.

Das Pausenbrot muss „Hirnfutter“ liefern

Ein Kind braucht viel Energie, um in der Schule aufmerksam zu sein und alle Eindrücke verarbeiten zu können. Auch für Schulkinder sind Lebensmittel auf pflanzlicher Basis die wichtigsten Produkte der Ernährung. Wurst und Käse auf dem Brot sind in Ordnung, wenn sie von Radieschen, Gurken, Tomaten und Ähnlichem ergänzt werden. Milch ist kein Getränk, sondern ein tierisches Lebensmittel. Sie eignet sich nicht zum Durstlöschen, ist aber wichtig, um die Kalziumversorgung und damit die Knochenstabilität des Kindes zu gewährleisten.

Süßigkeiten sollten reduziert werden. Erdbeeren, Melone und Trauben sind Alternativen, die schmecken und Heißhunger auf Süßes vertreiben. Viele Kinder an weiterführenden Schulen kaufen sich in der Pause Schokoriegel & Co, bewegen sich zu wenig und sind dadurch von Übergewicht und Diabetes bedroht. In Prüfungsphasen und bei sportlichen Wettkämpfen muss die Ernährung ebenfalls angepasst werden. Eiweißreiche Kost, Nüsse, und Vitamin B-haltige Nahrungsmittel sind Energielieferanten und stabilisieren das Nervensystem.

Eine gute Ernährung sollte von regelmäßiger körperlicher Aktivität ergänzt werden. Ausgewogene Ernährung bedeutet aber auch, schadstoffbelastete oder verdorbene Lebensmittel zu meiden.

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